Lehmgefache reparieren

Historische Lehmgefache mit Beschädigungen können meist relativ leicht repariert werden. Bei diesem Beispiel ist nur der Lehm an manchen Stellen abgefallen bzw. am Verputz hängen geblieben. Die Verstakung ist noch stabil.

Zunächst habe ich alle losen Partikel vorsichtig entfernt ohne alles auseinanderzureißen.

 

Ich habe leicht gemagerten Lehm (< 20% Sandzugabe) mit etwas gehäckseltem Stroh (zur Armierung) gemischt und die Löcher nach mehrmaligem gründlichem Anfeuchten (Gloria-Spritze) mit dieser ziemlich klebrigen Masse verfüllt. Eine rauhe Oberfläche verbessert die spätere Putzhaftung.

 

Nach vollständiger Durchtrocknung der Reparaturmasse habe ich 2-lagig mit Lehmputz verputzt
So sieht die Wand dann nach 2-maligem Anstrich mit Kalkfarbe aus.

Fazit der Reparatur: wenig Arbeit, keine nennenswerten Kosten.

Ein zweites Beispiel:

Hier ist die Sustanz schon schwerer geschädigt. Der Lehm ist flächig bis zur Flechtung abgefallen

Das Weidengeflecht und auch schon eine Stake sind zerstört. Es ist schon einmal mit Zement geflickt worden

 

 

Ich habe eine Stake ersetzt (Eichenleiste in Dachlattenformat) und alles durch quer verspannte verzinkte Drähte stabilisiert. Manchmal kann man auch Karnickeldraht spannen.
Vor dem Ausfüllen mit Lehm/Stroh wird alles mit Lehmschlämme bepinselt bzw. bespritzt, Das verklebt schön und später haftet der Lehm besser an den Holzteilen.
Nun sind die Löcher gefüllt und brauchen Zeit zum Trocknen. Das dauerte in diesem Fall ca. 4 Wochen. Ein paar der Mischung beigegebene Weizenkörner keimen aus und zeigen durch ihr Ende die Trocknung  an.

(Diese Gefache haben allerdings dann noch 3 Jahre auf den Verputz warten müssen!)

frischer Lehmputz