Kalkputz auf Lehmuntergrund

 

Ich beschreibe hier meine Erfahrungen mit selbst hergestelltem Kalkputz (im wesentlichen auf Basis der unten angegebenen Literaturquelle). Der Putz wurde zweilagig ausgeführt auf Lehm-Untergrund (Hackschnitzelleichtlehm oder traditioneller Gefachlehm). Die geringe Kalkmenge bewirkt einen sehr elastischen Putz.

Mein Kalkputz ist nun 3 Jahre alt und hat sich auch auf der Wetterseite gut bewährt. 

Material: selbsthergestellter Sumpfkalk, Sand/Kies, Strohmehl (Tierstalleinstreu bestehend aus gehäckseltem und gewalztem Stroh, ohne röhrenförmige Anteile. Habe ich von benachbartem Reitstall bezogen.), Schweineborsten (Claytec), Magerquark (von Plus)

1.)  Rabitzarmierung (Karnickeldraht) zugeschnitten, Ränder umgebogen, an Hölzern mit Spaxschrauben und Unterlegscheiben befestigt und dabei gespannt. An eng anliegende Stellen hier und da etwas vom Untergrund hochgebogen. War der Untergrund so rauh wie auf dem Bild rechts, habe ich auch ohne Armierung gearbeitet.

    2.) Unterputz (1.Tag)

    Sand 0-2 mm                 3 Teile (3x 16l Eimer)

    Kies 0-8 mm                   3 Teile (3x 16l Eimer)

    Sumpfkalk                      1 Teil   (1x 16l Eimer)

    Strohmehl                       1/2 Eimer

    Magerquark                     1 kg

    Wasser

Untergrund sehr gut angefeuchtet, mehrmals mit Sprühspritze bzw. Quast.  Putzauftrag durch Anwerfen mit der Kelle, Verteilung mit Glättkelle und Latte, am Schluß mit Zahnkelle aufgerauht (Bild links) 

3.) Oberputz (2.Tag)

Sand 0-2 mm                3 Teile (3x 16l Eimer)

Kies 0-5 mm                  3 Teile (3x 16l Eimer) (0-8mm Kies durch 5mm Sieb gesiebt)  

Sumpfkalk                    1 Teil   (1x 16l Eimer)

Schweineborsten          1/4  Eimer (fein verteilt!)

Magerquark                  1 kg

Wasser

Putzauftrag durch Aufziehen und Glattstrich mit der Glättkelle. Beim Glattstrich nicht mit Wasser arbeiten! Aufgerichtete Schweineborsten später mit Heißluftpistole oder Lötlampe entfernen, wenn sie als störend empfunden werden.

Erster Kalkanstrich: möglichst am folgenden Tag. Ich habe aber teilweise auch erst nach mehreren Monaten erstmalig gestrichen und keine Probleme gehabt.

 

Kalkputz auf Steinuntergrund

Der gleiche Aufbau kann natürlich auch auf Mauerwerkuntergrund ausgeführt werden. Ich habe aber dabei den Kalkanteil etwas erhöht, um eine höhere Festigkeit zu erreichen. Anstatt Sand/Kies/Kalk 3:3:1 habe ich 2:2:1 gemischt.

Filzen: Wenn gewünscht  am nächsten Tag mit Filzbrett kreisförmig abreiben, das erzeugt eine gleichmäßige rauhe Oberfläche, die durch nachfolgenden Kalkanstrich verfestigt wird. Empfehlenswert eher bei größeren Flächen. Es erscheinen dabei viele Schweineborsten. Vorsicht mit größeren Steinchen.

 

Literatur:

 "Lehm Fachwerk" von Tamara Leszner/Ingolf Stein, 1987 (ISBN 3-481-25491-1).  Sehr empfehlenswert!!

 

 

 

        Der Hintergrund zeigt fertigen Kalkputz ohne Anstrich

 

 

 

 

 

 

 

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